Im Dorf Ano Vouves, nahe Kolymvari, westlich von Chania, steht eines der außergewöhnlichsten Lebewesen Europas — der Monumentale Olivenbaum von Vouves. Verwachsen, ausgehöhlt und endlos von der Zeit verdreht, gilt er weithin als der älteste Olivenbaum der Welt, und erstaunlicherweise trägt er immer noch jedes Jahr Oliven.
Spazieren Sie um den alten Baum in unserer 360°-Street View · © Jarosław Borowski
Wie alt ist er?
Wissenschaftler der Universität Kreta schätzten den Baum anhand der Wachstumsringe auf mehr als 2.000 Jahre, während andere Berichte ihn auf 3.000 oder sogar 4.000 Jahre datieren. Wie auch immer die genaue Zahl lautet, er war bereits uralt, als das Römische Reich das Mittelmeer beherrschte — und er lebt noch heute.

Ein Stamm wie eine Skulptur
Der Baum gehört zur lokalen tsounati-Sorte, die vor langer Zeit auf einen wilden Olivenbaum gepfropft wurde. Sein Stamm misst etwa 4,9 Meter im Durchmesser und 12,5 Meter im Umfang, ausgehöhlt in fließende, höhlenartige Falten, die eher wie geschnitzter Stein als wie lebendiges Holz aussehen. Er ist als Naturdenkmal geschützt — einer von einer Handvoll monumentaler Olivenbäume, die in Griechenland anerkannt sind.
Olivenzweige für die Olympischen Spiele
Der Baum ist mehr als nur eine Kuriosität. Zweige von ihm wurden geschnitten, um die Siegeskränze für die Marathon-Gewinner bei den Olympischen Spielen 2004 in Athen und 2008 in Peking zu flechten — eine Verbindung zwischen dem ältesten Olivenbaum der Welt und dem altgriechischen Symbol für Frieden und Triumph.

Besuch in Vouves
Der Baum steht auf einem kleinen, frei zugänglichen Platz in Ano Vouves, etwa 30–40 Autominuten westlich von Chania. Daneben erzählt das kleine Olivenbaum-Museum von Vouves die Geschichte des kretischen Olivenanbaus. Es lässt sich perfekt mit einem Tag kombinieren, an dem man die Strände und Dörfer Westkretas erkundet.
Gut zu wissen: der Eintritt ist frei, es gibt Schatten und Parkplätze in der Nähe, und das beste Licht für Fotos ist morgens oder am späten Nachmittag. Bitte klettern Sie nicht auf den Baum und ritzen Sie nichts in ihn — er hat Tausende von Jahren überlebt und verdient noch ein paar mehr.